Familie Flöz - Wunder

Zum ersten Mal kommt die legendäre Maskentheater-Company FAMILIE FLÖZ auf die Reeperbahn. In Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Theater ist ein Abend entstanden, der sich mit dem Mythos und den Wundern von St. Pauli beschäftigt.
St. Pauli, ein sagenumwobener Ort, an dem Träume wahr werden und zerplatzen. Ein Ort, an dem Seemänner auf queere Kultur treffen.  Ein Ort der Narren und Träumer, der Realisten und Ganoven, der Randfiguren und derer, die mittendrin sitzen. Inspiriert von Cesare Zavattinis Erzählung „Das Wunder von Bamba“, die Vorlage für Vittorio de Sicas legendären Film „Das Wunder von Mailand“ wird eine Welt von typisch Flöz’schen Charakteren entstehen, eine Welt, in der andere Regeln gelten als in der Stadt der Reeder und Kaufleute.
Das Gefühl von Gemeinschaft, von Solidarität, das auch durch die individuelle Suche nach dem Glück nicht zerstört werden kann, hier hat es ein Zuhause. Aber das ruft Neider auf den Plan. Denn wie jedes Idyll ist auch dieses gefährdet durch Menschen, für die die pure Existenz dieses Ortes schon eine Bedrohung ist. Utopien und Vielfalt sind nicht jedermanns Sache. Idylle schafft schließlich keinen Profit.

Auf der Bühne: fünf Spieler, zwei Musiker und fast 30 Figuren. Es beginnt alles in der Dunkelheit, auf einer Brache vor den Toren der Stadt. Randfiguren  haben sich hier ein einfaches Leben eingerichtet. In diese Welt wird Totò geboren und Totò bringt das Licht. Einmal da, wollen es alle – Licht zum Sonnen,  Licht für ihre Blumen, Licht zum Anschalten, Licht zum Licht wieder ausmachen – Licht für ihre Träume.
Licht wird zum Bild des individuellen Glücks, zur Quelle von Sehnsüchten und Wünschen. Streit entbrennt. Es wird zum Zwielicht, zum Warnlicht, zum Rotlicht und zum Scheinwerferlicht. Die Brache wird bunt, zur Attraktion und zur Bühne. Und plötzlich wittern einige ein Geschäft.

WUNDER ist ein Märchen, inspiriert vom sonderbaren Ort St. Pauli.  Ein Märchen ohne Worte für Erwachsene, mit einer poetischen Mischung aus Drama, Komik und Musik.
Und auch an diesem Abend wird man das Wunder des Flöz’schen Kosmos erleben,  in dem scheinbar starre Masken zu lebendigen Figuren werden. In ihren wortlosen Geschichten findet die Company, im tragikomischen Scheitern ihrer liebevoll gezeichneten Charaktere, das Große im Kleinen.

Mit: Viviane Hamm, Paul Heimel, Jakob Immervoll, Anna Kistel, Daniel Mathéus, Benjamin Reber, Moritz Thorbecke

Regie: Mats Süthoff | Co-Autor, Masken: Hajo Schüler | Bühne: Sophie Leypold | Kostüme: Mascha Schubert |

Musik: Benjamin Reber, Moritz Thorbecke | Dramaturgie: Ulrich Waller |

Dramaturgische Mitarbeit & Regieassistenz: Lucia Wunsch

Eine Koproduktion des St. Pauli Theaters mit Familie Flöz

Das SHMF zeigte Anfang Juli „Feste“ von Familie Flöz in Hamburg:

„Das ist ein Abend, der einen ganz ruhig und durchlässig macht. Einen Moment braucht es, aus dem Getöse des Alltags kommend, sich auf das Spiel ohne Worte einzulassen. Doch bald schärft sich der Blick fürs Detail, für die feinen Regungen. Toll! Wunderbar, wie die Darsteller das allzu Menschliche offenbaren und dabei einen universellen Humor aktivieren. Die Masken mit ihren kantigen Zügen und tiefen Falten wirken wie im wahrsten Sinne vom Leben gezeichnet. Heftiger Applaus.“   Hamburger Abendblatt

Termine

Voraufführungen: 6. und 7. Oktober 2026
Premiere: 8. Oktober 2026
Weitere Termine: 9. Oktober bis 1. November 2026

Beginn: jew. 19.30 Uhr, sonntags 18 Uhr

Preise

6. und 7. Oktober 2026 39,90 € auf allen Plätzen

So. – Do.: 22 € bis 59 €
Fr. + Sa.: 24 € bis 64 €

Schüler/innen, Studierende und Auszubildende: 50 % des Kartennettopreises

Programmzettel FAMILIE FLÖZ – Wunder

Dauer

ca. 80 Minuten, keine Pause

Kartenzum Spielplan

„St. Pauli ist ein magischer Ort. Voller Verheißungen, auch wenn sie sich nicht immer einlösen. Für einige Gauner, aber auch Investoren, ist der Kiez ein Ort der Hoffnung auf das große Geld. Dazwischen klafft eine erhebliche Lücke. Davon erzählt nun die Familie Flöz in einem bezaubernden Theaterabend, einer Koproduktion mit dem St. Pauli Theater, und lässt darin ein illustres Personal auferstehen: Tagträumer, Hehler, Polizisten und Personen der queeren Kultur. Eine Welt auch der Gemeinschaft, der Freiheit, des Glücks, in jedem Fall aber der Extreme. Ernste, berührende Momente von Verlorenheit und Drama mischen sich dabei mit pointierter Komik. Dieses Stück heißt nicht nur „Wunder“, es ist auch eines: Hingehen. Unbedingt verzaubern lassen.“
Hamburger Abendblatt

„Normalerweise schlägt mein Erwachsenenherz nicht gerade höher, wenn es um Schauspieler mit Masken vor dem Gesicht geht auf der Bühne, aber die  Maskentheatergruppe Familie Flöz ist weit entfernt von irgendeiner Form von Kuscheltheater. Man hat schon Kerle, hart wie Kruppstahl, zart lächelnd nach ihren Auftritten gesehen. So auch jetzt bei ihrer letzten Premiere auf dem Kiez.“
NDR 90,3 Kulturjournal

„Das so wundersame wie wunderbare Maskentheater Familie Flöz, sorgt für „Wunder“ auf der Reeperbahn.“
Die Welt

„So geht Familie Flöz: Ohne ein gesprochenes Wort. Menschen, Spieler mit starren Maskenköpfen, groben Zügen, großer Knollennase, hohen  Wangenknochen, dicken Lippen. Ob liebenswert, misstrauisch oder hochmütig. Jeder menschliche Zug ist dabei. Das Wunder bei Familie Flöz: Die Maskenspieler beginnen nur durch Körper und Gesten, einer tänzelnden Bewegung, einem Schulterzucken zu leben, zu atmen, scheinbar zu lächeln.“
NDR 90,3  Kulturjournal

„Das neueste Stück WUNDER ist ein Kiezmärchen. Die Geschichte der Rettung des Theaters vor einem Investor, der daraus ein Parkhaus machen will, durch Toto und seine Freunde entwickelt sich leise, fein. Man entdeckt so viele  liebevolle Details, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr rauskommt. Das Personal: ein Sammelsurium von fast 30 Figuren, verkörpert von nur fünf Spielerinnen und Spielern: Halbweltfiguren, Prostituierte, Bodyguards, ahnungslose Kiezbesucher und solche, die sich auf dem Kiez vergnügen wollen. Das Stück verzichtet auf die alt bekannten St. Pauli Klischees und erzählt etwas zeitloses: Dier Kiez verwandelt alle, ob reich ob arm, ob schwul oder hetero, ob gesetzestreu oder zwielichtig, ob Polizist oder Krimineller. Hier werden sie alle zu anderen, werden lockerer, offener, freundlicher und toleranter. Ein Märchen, na klar, aber ein so wunderschönes und tröstliches, dass man nicht genug bekommt. Als wären Kiez und Zusammenhalt noch nicht ausgestorben. Familie Flöz lädt zum Träumen ein. Man sollte ihrer Einladung folgen…“
NDR 90,3 Kulturjournal

Familie Flöz - Wunder © Familie Flöz

ÜBER die FAMILIE FLÖZ

Familie Flöz, eine internationale Theatercompany mit Sitz in Berlin, ist hervorgegangen aus der Folkwang Universität der Künste in Essen. Heute steht sie für die Neuentdeckung des Theaters mit Masken. Seit 30 Jahren bereist Familie Flöz mit ihren Stücken die Welt, gastierte in 45 Ländern und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Von Adelaide bis Shanghai, von Avignon bis Hanoi, London und Chennai bestaunen Menschen das sprachlose Theater von Familie Flöz, das doch so viel erzählt.

Im Namen dieser sich ständig wandelnden Truppe – übernommen aus dem Titel des ersten gemeinsamen Stückes „Familie Flöz kommt Über Tage“ – verbirgt sich auch ein Selbstverständnis. „Flöz“ bezeichnet im Jargon des Bergbaus die Bodenschichten, in denen wertvolle Rohstoffe eingelagert sind. In einem kollektiven Schaffensprozess entstehen für jede Produktion in einem Wechselspiel von Improvisation, Maske und Autorenarbeit archetypische Figuren. Für diese Charaktere entwickelte die Company bis heute 15 abendfüllende Stücke, die sich oft keinem üblichen Genre zuordnen lassen, jedoch immer über Sprachgrenzen hinweg verständlich sind.

Mit großzügiger Unterstützung durch die Hapag-Lloyd Stiftung und der Zeit Stiftung Bucerius und der Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung 

 

 

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